Kinder des Judas – Markus Heitz
Aus der Amazon.de-Redaktion
Heitz kann auch Vampir – mit Ulldart und den Zwerge-Romanen hat sich Heitz eine treue und große Fangemeinde zusammengeschrieben, die er nun auch mit dem naheliegenden Horror-Genre beliefert: neben Werwolf-Spannung wie Sanctum oder Ritus sowie dem jenseitig-blutig gelagerten Blutportale steigt der mit Kinder des Judas auf die von Stephanies Meyers Bis(s)-Reihe ausgelöste Vamirwelle auf und macht sie schon nach wenigen Seiten unter sich platt: Sein Mix aus d… More >>


June 20th, 2010 at 2:44 am
Ein weiterer Vampirroman?
Gibt es nicht schon mehr als genug?
Kann einem Autor in der heutigen Zeit mit einer unendlichen Vielfalt an Vampirgeschichten überhaupt noch etwas einfallen, dass einen Leser erneut an die Seiten fesselt und mit neuen Ideen aufwartet?
Einer kanns!
Markus Heitz’ neuestes Werk “Kinder des Judas” ist eine weitere Geschichte im Kosmos um die (nicht tot zu bekommenden) Vampire – und eine Geschichte, die diese mystischen “Lebewesen” ganz neu entdeckt und voller Atmosphäre vor des Lesers Augen ausbreitet.
“Kinder des Judas” erzählt von der Vampirin Scylla, die ihre Lebensgeschichte aufschreibt und dabei über Jahrhunderte voller Grauen, Schmerz, Verlust und – viel Blut – berichtet.
Anhand der Erzählung Scyllas verwebt Markus Heitz in seinem 700seitigen Buch die beiden Genre Mystik und Historik in genialer Weise. Er vergisst dabei weder detailreiche Beschreibungen des 18. Jahrhunderts noch die Notwendigkeiten der Spannung, wie es ein Genreleser im Bereich des Vampirismus erwartet.
Seine Geschichte ist – trotz der untoten Schattengestalten – ein Buch voller Leben und seine Protagonisten zeigen sich glaubhaft und detailverliebt gezeichnet. Markus Heitz vergisst diesen Detailreichtum weder in den historischen Begebenheiten und Orten der Vergangenheit noch in der Darstellung der Gegenwart. Hier geht er sogar so weit, seine Affinität zur Gothic-Szene geschickt in seine Geschichte mit einzuweben und wird damit hoffentlich einige Leser dazu führen, sich ein wenig mehr Gedanken über die Musik/Szenen außerhalb des Mainstreams zu machen. Vielleicht gibt es sogar den ein oder anderen Leser, der sich – angespornt durch diese Geschichte – ein oder mehrere CD’s von 69 Eyes oder gar Das Ich besorgt – Es wird sein Schaden nicht sein…
Aber zurück zum Buch: Erneut wurde durch Heitz gezeigt, dass er wohl der echte Fantasy- und Horrorkönig unseres Landes ist – im Gegensatz zu manch anderen, mittlerweile sehr vorhersagbaren Autoren dieser Genre, schafft es Heitz immer wieder, zu überraschen und legt dabei zusätzlich einen Pageturner nach dem anderen vor. Ein Autor, der weiß wovon er schreibt und wie er damit den Leser nicht nur erreichen sondern auch befriedigen kann.
Absolut empfehlenswert!
Jürgen Seibold/05.02.2008
Rating: 5 / 5
June 20th, 2010 at 3:02 am
Ich bin der Meinung das dieses Buch sehr empfehlenswert ist, für alle die sich sehr für Vampire interessieren und auch für vampiristisch-geschichtliche Ereignisse, denn einiges aus der Feder von Markus Heitz kann auch tatsächlich geschichtlich belegt werden.
Das Buch handelt von der schweren, traurigen, aber dennoch atemberaubenden Geschichte der Vampirin Scylla und wie sie die Ewigkeit bestreitet. Wie bei normalen Menschen auch stößt sie in ihrem Leben auf einige Probleme die es zu bewältigen gilt, allerdings sind diese ein wenig schwieriger als die Probleme von “Normalsterblichen”, aber im Grunde werden auch Bedürfnisse und Probleme angesprochen, mit denen sich jeder gut identifizieren kann, die Sehnsucht nach Liebe und einer normalen Familie trägt schließlich fast jeder Mensch mit sich herum.
Es gibt von mir nur vier Sterne weil ich die die Kampfsituationen nach und nach als sehr monoton empfinde und sich vom Gefühl her die Wortwahl desöfteren wiederholt. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist, solche Dinge schön zu schreiben, aber wenn einem beim vierten Mal nichts neues einfällt, sollte man die Kämpfe vielleicht reduzieren, bei letzteren ist auch Vorsicht geboten, denn die ausführlichen Erläuterungen sind absolut nichts für Menschen mit einem zarten Gemüt.
Im Ganzen betrachtet ist es eine gute Mischung aus Gefühl und Spannung mit dem gewissen Charme, den ein Buch zum Thema Vampire mitbringen sollte.
Gruß an alle Leser
Nissa
Rating: 4 / 5
June 20th, 2010 at 4:29 am
Keine Enttäuschung. Markus Heitz hat es wieder geschafft, eine Welt zu erschaffen, von der man gerne liest, sie aber nie selbst erleben möchte. Toll wie er erzählt und nichts in die Länge zieht, obwohl es ausführlich geschrieben ist. Nach diesem Buch sieht man manchen Vampir mit anderen Augen. Ganz sicher!
Man sieht auch gerne über die Fehler im Text hinweg, die leider nun mal da sind. Denn die Geschichte greift sich einen und zerrt einen (angenehm) mit, bis zum bitteren Ende.
Rating: 5 / 5
June 20th, 2010 at 5:08 am
Nachdem ich “Ritus” und “Sanctum” schon gelesen hatte, war ich total gespannt auf das neue Werk von Markus Heitz.
Ich habe “Kinder des Judas” verschlungen, es ist ein unglaublich spannender Roman mit einer interessanten Geschichte, die sich wieder einmal in Vergangenheit und Gegenwart aufteilt, die Spannung bleibt dadurch während der ganzen Geschichte erhalten.
Die Story der kleinen Scylla in der Vergangenheit fasziniert einen, zieht einen in den Bann und lässt einen nicht mehr los! Unter der Obhut ihres Vaters, ein In der Gegenwart schreibt Sia ein Buch über das kleine Mädchen und kämpft weiterhin gegen Untote, die Unheil bringen und versetzt sich wieder in ihre eigene dunkle Vergangenheit, die 1670 begann. Aber viel zu oft muss Sia dadurch selbst den Tod bringen.
Ein genialer Vampirroman, der so realistisch wirkt, dass es einen den Atem raubt und gar nicht kitschig oder übertrieben wirkt.
Heitz schreibt wieder mal flüssig, spannend und so faszinierend, dass man weiterlesen MUSS. Eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe und absolut empfehlenswert!
Rating: 5 / 5
June 20th, 2010 at 5:29 am
… denn leider verraten viele Rezensionen munter die Antworten auf die wichtigsten Fragen, die das Buch spannend machen …
Zum Buch: Es geht in diesem Buch um Sia in der Gegenwart, die sich an die Geschichte von Scylla erinnert. Scylla, geboren im 17. Jahrhundert, ist ein Mädchen, das nach dem Tod der Mutter bei ihrem Vater, einem Wissenschaftler, aufwächst und von diesem lernt. Die zwei Handlungsstränge Gegenwart und Vergangenheit werden hierbei parallel erzählt. Bereits zu Anfang werden viele Fragen aufgeworfen: Warum verfolgt Scyllas Geschichte Sia? Was verbindet die beiden? Und was verbindet die Beiden mit den Kindern des Judas? Bei jedem Versuch noch mehr über die Geschichte zu verraten läuft man Gefahr zuviel zu verraten, nur noch soviel: natürlich spielen Upire / Vampire eine Rolle. Diese Information ist zwar bekannt, zweifelsohne wäre es aber durchaus auch reizvoll gewesen, wenn man dies erst im Buch selbst erfährt, denn die Vampire treten nicht von Anfang an auf.
Das Buch beginnt mit einem überaus vielversprechenden Prolog, der tiefe Emotionen seitens der Ich-Erzählerin Sia schildert und diese auch in mir weckte. Die ersten zwei Absätze über die “Melodie des Lebens” haben mir hierbei besonders gut gefallen, sie sind sehr eindrucksvoll beschrieben und den Vergleich finde ich richtig genial. Nach diesem Prolog fängt die Erzählung dann bereits sehr spannend an. Abschnitt für Abschnitt werden Fragen aufgeworfen und sollte mal eine beantwortet werden, so meist nur um mit der Antwort noch mehr Fragen zu verbinden. Diese Spannung hält sich etwas über die Hälfte des Buches bis ein Großteil der Fragen beantwortet wird. Die Antworten sind hierbei zwar nicht alle unbedingt richtig, doch hindert das die Erzählung nicht daran für den Leser erst einmal eine Verschnaufspause einzulegen. Die Weichen sind jedenfalls gestellt, das Finale kann – so langsam mal
– kommen. Leider erreichte die Spannung hiernach für mich nicht mehr das Niveau der ersten Hälfte. Sie war zwar durchaus noch reichlich vorhanden, jedoch finde ich das Munkeln über Zusammenhänge reizvoller als die schlichte Frage: Wie geht es aus?
Sia ist eine Figur, die nicht unbedingt zur Identifikation geeignet ist. Zwar bringt die Ich-Erzählung ihre Gefühle dem Leser durchaus näher, doch zeigt sich nach dem sehr emotionalen Epilog auch eine sehr dunkle Seite an ihr die erst einmal Distanz schafft. Zwar ist mir Sia durchaus sympathisch und ihre Handlungen sogar nachvollziehbar, das ändert jedoch nichts daran, dass mich so manches was sie tat gehörig erschreckte – oder erschreckte es mich, dass ich ihre dunkle Seite verstehen konnte? Ich kann jedenfalls nicht behaupten, dass die Figur der Sia zu flach gewesen wäre. Ich finde sie ziemlich vielschichtig.
Mit Scylla wurde ich am Anfang erst einmal gar nicht warm. Erst war sie zu jung, ihre Reaktionen für mich emotional nicht nachvollziehbar. Später geht sie teilweise mit einer solchen Abgebrühtheit und Kaltblütigkeit (selbst in ihren jungen Jahren schon) vor, die gleichzeitig so abstoßend wie faszinierend ist. Erst als Scylla “umdenkt”, wird sie mir auch als Figur sympathischer.
Ein weiterer Charakter, Viktor, wird erst sehr spät eingeführt. Als Leser weiß man immerhin, dass dies nicht anders möglich war. Dennoch wirkte Viktor über die ganze Länge seines Auftritts – und das trotz aller Sympathie für diesen neugierigen und wissbegierigen Burschen – auf mich leider wie ein Fremdkörper. Schade!
Ich könnte jetzt noch über andere Figuren etwas schreiben, bspw. über Karol, Lydia oder Marek, doch ich möchte nicht noch mehr vorwegnehmen. Der geneigte Leser sollte sich hier selbst ein Bild machen. Fest steht nur, dass viele Charaktere des Buches in mir ambivalente Gefühle hervorriefen.
Über den Vampirglauben in den osteuropäischen Gebieten fließen vielerlei Informationen in die Geschichte mit ein, so gibt es z. B. vielerlei unterschiedliche Vampirarten mit unterschiedlichen Fähigkeiten (und natürlich auch Gemeinsamkeiten). Außerdem waren noch weitere für mich neue Aspekte enthalten, was ich überaus interessant fand. Ich hätte nichts dagegen hierüber noch mehr zu erfahren.
Das Buch an sich ist nichts für schwache Gemüter. (So manch einer hält beim Lesen allerdings auch mehr aus als er denkt
) Es wird fleißig seziert, präpariert, gepfählt und geköpft. Mit Ekligem und Grausamen wird nicht gespart, hin und wieder werden regelrechte Gemetzel angerichtet. Zum Schluß kam bei mir dann eine gewisse Reizüberflutung auf. Nach meinem Geschmack lag hier der Schwerpunkt etwas zu sehr auf blutiger Action.
Das (netterweise) unblutige Ende ist zwar kein richtiges Happy End, doch wartet es mit einer Lösung auf, die mich sehr zufrieden stellt. So konnte ich das Buch auch mit einem guten Gefühl zur Seite legen und mich von meinem Leserausch erholen.
Fazit: Es gibt selten Bücher, die mich in einen solchen Leserausch versetzen, wie dieses es geschafft hat! Ein spannendes Buch, das mir gut gefallen hat. Ich würde gerne weitere Vampirbücher des Autors lesen, auch wenn sie blutig sind. (Nur bitte nicht mehr als in diesem Buch!) Ich gebe dem Buch 4,5 Sterne (bzw. hier leider “nur” 4)
PS: Ich liebe rote Haare!
Rating: 4 / 5