Sitting Küchenbull: Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs
Aus der Amazon.de-Redaktion
Wäre Sitting Küchenbull etwas zu essen, dann wäre es ein deftiger Eintopf: Reelle Kost, ohne überflüssige Schnörkel, bodenständig zubereitet und äußerst schmackhaft. Dass Vincent Klink nicht nur mit Kochlöffel, Topflappen und Co. geschickt jonglieren kann, sondern ihm auch beim Buchstabenherumwirbeln augenschmausige Ergebnisse gelingen, ist den Fans des Sternekochs längst bekannt. Freunde gehobener Mundwinkel delektieren sich regelmäßig an Häup… More >>

February 23rd, 2010 at 7:33 am
Seit langer Zeit mal wieder ein Buch, das so gut und flüssig geschrieben ist, dass ich es nicht zur Seite legen konnte. Wer hier geheime Rezepturen und Kochtipps erwartet, ist sicher falsch. Dafür labt man sich an urkomischen und hintergründigen Formulierungen und erhält zugleich einen Einblick in das manchmal doch absurde Leben eines Koches.
Ein in jeder Hinsicht gelungenes Buch, das besonders durch seine ausgezeichnete Sprache besticht. Dafür nicht nur drei, sondern fünf Sterne, auch wenn diese nicht vom Guide Michenlin sind.
Rating: 5 / 5
February 23rd, 2010 at 10:21 am
Man muss schon sehr lange durchhalten, um in diesem Buch auf Genießbares zu stoßen; erst gegen Ende kommentiert ein Profi wenigstens ansatzweise informativ kulinarische Trends. Wer nicht sofort vorblättert, wird mit Bundeswehrerinnerungen gequält, erfährt, wann und warum dem Autor beim Kellnern ein Furz entwischen ist oder stößt auf literarische Kostbarkeiten wie die folgende: “Die Chefin war drauf und dran mich zu erwürgen. Doch auch hier galt die Maxime “Tomorrow is another day!” Was ich veranstaltet hatte, nennt man im Berufsjargon “den Gast einseifen”, wie ich später erfuhr. Es gibt unter den Kellnern ein Menge solcher Fachbegriffe: (…) Ober im Frack wurden gern “Pinguine” genannt.” Mein Gott, wie originell und abgestanden!!! Dass man so eine Wassersuppe als Artikel im Feinschmecker-Magazin durchgehen lässt – geschenkt. Schließlich muss jeden Monat ein Heft gefüllt werden, und ein Fernsehkoch lockt immer Leser an. Dass der Rowohlt-Verlag aber mit dem (womöglich sogar echten) Zitat aus der Süddeutschen werben kann “Dieser Koch schreibt besser als die meisten Menschen, die mit Schreiben ihr Geld verdienen”, ist ein starkes Stück. Die einzig mögliche (und damit fast schon nachvollziehbare) Erklärung: Eine Dauerkarte für den Rezensenten in Klinks Restaurant! Übrigens: Im Fernsehen find ich den Klink immer sehr sympathisch.
Rating: 1 / 5
February 23rd, 2010 at 1:07 pm
Ich bin wirklich enttäuscht, dass Vincent Klink derartig widerlich beschreibt, wie er eine Sau, bevor er sie umgebracht hat, erstmal so lange mit Tritten traktiert, bis sie blau ist. Mir war so schlecht, dass ich das Buch sofort zugeklappt habe. Wenn man nur ein Minimum an Respekt vor Lebewesen hat, kann man solche Menschen nicht mögen, bzw. sollte nicht ihre Bücher kaufen.
Rating: 1 / 5
February 23rd, 2010 at 2:10 pm
In der Danksagung auf der letzten Buchseite wird der “geduldige” Lektor abgeknutscht. Warum?
Das Büchlein ist viel zu hektisch vorbereitet worden. Viel zu viele Tippfehler (Hit: “Gesammte Werke”) und zu wenig inhaltliche Straffung. Hier wird geschwätzt wie an der Parkuhr. Das hat VK nicht verdient, er hätte mehr begleitet werden müssen. Hoffen wir, dass die nächste Auflage zumindest noch mal kurz unter den Wärmestrahler am Pass kommt.
Rating: 2 / 5
February 23rd, 2010 at 3:34 pm
Den ganz gestrengen Rezensenten will ich hier einmal widersprechen.
Das Buch ist amüsant zu lesen – nicht mehr und auch nicht weniger.
Was war zu erwarten?
Bestimmt keine hochgeistige Literatur oder ein philosophisches Werk über Kochkunst.
Und bereits einmal verwendete Texte in einen neuen Zusammenhang zu stellen, ist doch legitim.
Bach und Händel haben sich beim Komponieren auch ständig selbst kopiert.
Meine Empfehlung:
Wem der besserwisserische Herr Schuhbeck auf den Geist geht und wer sich ansonsten gerne mit Essen und/oder Kochen befasst,
ist mit diesem Büchlein bestimmt gut bedient.
Rating: 4 / 5