Pubertät – wenn Erziehen nicht mehr geht: Gelassen durch stürmische Zeiten Reviews
Pubertät – wenn Erziehen nicht mehr geht: Gelassen durch stürmische Zeiten
Mangelnde Leistungsbereitschaft, schlechte Manieren, keine Werte – es sind Charakteristika wie diese, die das Bild unserer Jugend in weiten Teilen der Bevölkerung prägen. Nach Jahrzehnten antiautoritärer Reformpädagogik wird deshalb seit geraumer Zeit wieder das Loblied auf Disziplin und Ordnung gesungen. Nicht so von Jesper Juul, dessen in den Buchtitel gegossene These Pubertät. Wenn Erziehung nicht mehr geht demgegenüber beinahe antiquiert anmutet. Doch der Däne, der seit über 30 Jah
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(out of 9 reviews)
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June 28th, 2010 at 12:27 am
Review by Michael Hanel for Pubertät – wenn Erziehen nicht mehr geht: Gelassen durch stürmische Zeiten
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“Pubertät – Wenn Erziehen nicht mehr geht” … so der Titel Jesper Juuls Buch … so ist die Zeit der aufrichtigen Partnerschaft zwischen Eltern und Kindern angebrochen. So in etwa der gute Rat Jespers, dessen praktische Umsetzung er auch in seinem Buch kompetent zu erläutern versteht. Im ersten Teil, “Von Erziehung zu Beziehung” werden besonders kritische Bereiche im Umgang der Eltern mit ihren Kindern analysiert und nachvollziehbar dargestellt:
* gegenseitige Unterdrückung von Individualität und Handlungsfreiheit
* Grenzen zwischen Vernachlässigung und Unterdrückung
* Konflikte als Geschenk und Herausforderung
* Rolle der Eltern als verlängerter Arm des Staates oder als Sprachrohr und Anwälte ihrer Kinder
um nur einige zu nennen.
Im zweiten Teil beantwortet Jasper an ihn gerichtete Briefe, welche von teilweise verzweifelten Eltern an ihn gerichtet wurden. Es wird wohl kaum ein Elternpaar geben, welches sich nicht in einem dieser Briefe wiederzufinden und von Jaspers augenöffnenden Ratschlägen zu profitieren vermag.
Der dritte Teil ist ganz der dokumentierten Begleitung von 10 Familien gewidmet, welche in von Jesper behutsam betreuten Familiengesprächen zur jeweils individuellen und vor allem für ALLE Beteiligten zufriedenstellenden Lösungen ihrer zwischenmenschlichen Konflikte geführt werden.
Jesper Juuls Buch eine Fundgrube für Anleitungen, wie der “Blinde Fleck” in der jeweils eigenen Wahrnehmung anderer Familienmitglieder entdeckt werden kann und wie einfach es im Grunde sein kann, durch nur kleine bewusste Änderungen im Umgang miteinander, aktuelle Erziehungs- Beziehungsprobleme nicht nur kurzfristig zu lösen, sondern nachhaltig in einander bereichernde und kostbare Beziehungskomponenten zu verwandeln.
Liebe Eltern, lest dieses Buch – wenn möglich – BEVOR Eure Kinder die aufregende Phase der Pubertät erreicht haben. Profitieren werdet Ihr alle Eurer ganzes Leben davon!
June 28th, 2010 at 12:31 am
Review by Thorsten Wiedau for Pubertät – wenn Erziehen nicht mehr geht: Gelassen durch stürmische Zeiten
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Gelassen durch stürmische Zeiten…
Nun ja, klingt doch toll – gelassen durch stürmische Zeiten, doch so mancher Mutter oder so manchem Vater werde ich aus der Seele sprechen, wenn ich sage: schießt sie zum Mond… Gut, genug der Aggression schließlich will das Buch PUBERTÄT die andere schiene fahren und uns zeigen wie es geht mit der Gelassenheit im Umgang mit pubertierenden Jugendlichen. Jesper Juul hat Recht wenn er sagt das auf der suche nach Schuld noch niemand wahrhaft fündig geworden ist und Erziehung ist auch eine besondere art der Kommunikation die viel mit Ehrlichkeit, Gelassenheit und Wahrhaftigkeit zu tun hat. Selbst Respekt kommt vor, doch er geht von beiden Seiten aus und ist nicht einseitig – am Ende sollten wir alle wissen das Pubertät keine Krankheit ist, sondern ein ganz normaler Prozess. Kinder werden irgendwann einfach zu Erwachsenen und so wollen sie auch dann behandelt werden.
Das Buch PUBERTÄT von Jesper Juul behandelt im Grunde nichts anderes als den Versuch die Kommunikation zwischen Erwachsenen und Heranwachsenden aufrecht zu erhalten – es geht im zentralen Punkt des Buches darum den Jugendlichen / die Jugendliche zu erreichen und auch um das berühmte zuhören auf beiden Seiten.
Das Buch versucht anhand von einer ganzen Menge Fallbeispielen Situationen zu schaffen die es ermöglichen sich selbst und seine eigene Problematik wieder zu finden, ob es beispielsweise um Alkohol, Sexualität oder den verlängerten Ausgang geht.
Das Buch beschreibt die sich verändernden Umstände innerhalb der heutigen Gesellschaft, Familie, Freunde, Medien und schule sehr treffend. Dem Autoren Jesper Juul sind somit alle relevanten Faktoren klar.
Sein Buch PUBERTÄT befasst sich kritisch aber auch mit dem notwendigen Ernst mit dem Thema. Erziehung muss sein aber es richtet auch Schaden an – die Elternüssen klare Regeln aufstellen, doch wie strikt sie diese umsetzen bleibt ihnen überlassen – gerade im Punkt von Strafe ist einiges Fingerspitzengefühl notwendig.
Ein gutes Buch das auch auf einige Unlänglichkeiten von Jugendlichen im Allgemeinen hinweist, welche man mit Humor und Verständnis ertragen sollte.
Kommunikation – miteinander reden und sich gegenseitig respektieren – dies sind die Zauberwörter in Jesper Juuls Buch PUBERTÄT.
Empfehlenswert
June 28th, 2010 at 12:40 am
Review by Detlef Rüsch for Pubertät – wenn Erziehen nicht mehr geht: Gelassen durch stürmische Zeiten
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Der dänische Familientherapeut und Lehrer Jesper Juul greift mit diesem Buch wieder all seine berufliche und persönliche Kompetenz auf und kombiniert diese mit den Alltagserfahrungen aus recht unterschiedlichen Familien.
Der renomierte Autor zeigt in diesem Werk auf unkonventionelle Weise auf, wie man als Eltern Jugendliche begleiten kann auf ihrem Weg durch die Pubertät, ohne daraus direkt einen sogenannten “Erziehungsratgeber” zu machen. So ist auch der Untertitel “Wenn Erziehen nicht mehr geht. Gelassen durch stürmische Zeiten” genau treffend formuliert. Juul will die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. So sollte im Gespräch in der Familie “wichtiger noch als der Inhalt …der Prozess” (S.14) das wesentliche Augenmerk sein. In einem “gleichwürdigen Gespräch” – wie es Jesper Juul beschreibt – komme es immer wieder darauf an, Regeln miteinander auszuhandeln, als das berühmt berüchtigte “Grenzen setzen” zu forcieren. Für letzteres sei die Zeit ab dem Alter von 12 Jahren zu spät. Dann könne man die Teenager nicht mehr erziehen. Überhaupt sei die Zeit der sogenannten “Kindererziehung” in den vergangenen Jahrzehnten sehr geschrumpft und dauere nur noch zehn Jahre. Bevor die Kinder dann mit ca. zwölf Jahren in die Pubertät kämen, seien sie schon mit neuen, zehn Jahren “Tweens” (“in-betweens”), also Kinder, die sich schon sehr stark an Teenagern orientieren.
Viele Anmerkungen des Autors werden “erprobten Müttern und Vätern” schon vertraut sein; dennoch schafft es Jesper Juul insbesondere die Veränderungen an das “Anforderungsprofil von Eltern” in klaren Worten hervorragend zusammenzufassen. So schildert er eindrücklich seine geringe Vorliebe für den häufig verwendeten Begriff des “pubertierenden Jugendlichen”. Hier würden jungen Menschen zu sehr auf ihre Hormone reduziert, wobei es doch vor allem darum gehe, in vielen, auch recht unterschiedlichen Bereichen zu wachsen. Nach den Ausführungen zu körperlichen, seelischen, gesellschaftlichen und familiären Veränderungen geht Jesper Juul mit dem Schulsystem in Deutschland hart ins Gericht. So seien Lehrer/-innen nicht für einen fruchtbaren Dialog mit Kindern ausgebildet, wüßten nicht, wie man mit Eltern entsprechende Gespräche führt und die Schulkultur sei “traditionell keine Kultur des Dialogs, sondern des Monologs und Gehorsams” (S. 43). Gott sei Dank gibt es hier sicher auch viele Ausnahmen; dennoch wird diese Einschätzung von vielen Eltern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Gründen so nachempfunden. Juul kann sich durch seine Professionalität als Lehrer und Therapeut sicher ein gutes Bild von der Bildungslandschaft machen. Hier möge die Leserschaft sich ein eigenes Bild machen.
Auf jeden Fall wird hier die Veränderung für Eltern in der Pubertät auf den verschiedenen Ebenen gut verdeutlicht.
Im zweiten Buchteil gibt Juul Antworten auf die Fragen von einzelnen Briefschreibenden, die sich mit unterschiedlichen Anliegen an ihn gewandt hatten. Erst danach beginnt der Hauptteil des Buches mit Ausschnitten aus den Dialogen, die Familien mit Jesper Juul im Rahmen von Familienwerkstätten (sog. “family labs”) geführt haben und der DVD “Pubertät ist eine Tatsache, keine Krankheit: Zehn Familien arbeiten mit Jesper Juul” entnommen worden sind. Hierbei ist man erstaunt, welche Entwicklungen manche Gespräche genommen haben und wie unerwartet Juul hier bei den unterschiedlichen Anliegen – wie Streit, Mediennutzung, Lernen und Eigenverantwortung, Patchworkfamilie – (re)agiert. Die “Mitschnitte” wirken allesamt authentisch und holen Familien von Jugendlichen, die sich in der Pubertät befinden, wirklich ab.
Bei den Buchtipps am Schluß des Buches hätte man sich wohl eine differenziertere Literaturauswahl gewünscht, welche Titel von mehr Autoren/-innen enthält. So wirkt das Buch am Ende etwas einseitig. Die Hinweise zu “familylab – die familienwerkstatt” animieren zu einer intensiveren Beschäftigung mit dieser anderen Form der Eltern- und Familienbegleitung.
Insgesamt gesehen ein äußerst leicht verständliches und flüssig zu lesendes Buch, das schon bei der Lektüre Veränderungsprozesse in Gang zu setzen vermag. Ein Schrittmesszähler, auf den man zählen kann, wenn man auch ungewohnte Wege zu gehen sich traut und anderen zumuten mag.
Aufeinander zu gehen und mitgehen wird hier hilfreich beschrieben, damit man gut vorwärtsgehen kann und gelassenere Wege beschreiten kann – als Jugendliche und Eltern sowie als Lehrer/-in.
June 28th, 2010 at 1:26 am
Review by Roland Roth for Pubertät – wenn Erziehen nicht mehr geht: Gelassen durch stürmische Zeiten
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und sämtliche Erzeihungsmethoden aussetzen, scheint Jesper Juuls Beziehungsbuch zur Pubertät genau das Richtige zu sein. Schon sein Buch >>Nein aus Liebe>familylab – die Familienwerkstattin letzter Minute
June 28th, 2010 at 1:48 am
Review by Kellner Peter for Pubertät – wenn Erziehen nicht mehr geht: Gelassen durch stürmische Zeiten
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Die Gedanken von Jesper Juul sind einfach verblüffend. Mit Worten, die sogar ich verstehe, sagt er mir, was meine pubertierende Tochter gerade durchmacht, und was meine Rolle sein sollte. Vielen Dank dafür, dass gerade die Beziehung zu meiner Tochter verbessert wurde. Erst durch dieses Buch habe ich gemerkt, was für ein unverständliches Gelabere in der Pädagogikliteratur herrscht und wie einfach es ist, Laien etwas zu komplexen Themen zu vermitteln. Die Ratschläge sind absolut alltagstauglich.