Der verbotene Ort: Kriminalroman
Der verbotene Ort: Kriminalroman
Bevor Kommissar Adamsberg am blutigen Tatort eintrifft, müssen erst einmal die Passerellen ausgelegt werden. Passerellen sind Plastikfliesen auf Füßen, die dazu dienen, dass die Spuren eines Gewaltverbrechens am Fußboden nicht verwischt werden. Im Thriller Der verbotene Ort der französischen Bestseller-Autorin Fred Vargas sind viele Passerellen nötig. Denn im Haus des pensionierten Journalisten Pierre Vaudel ist nicht mehr viel von der Leiche übrig. Der Mörder hat gehackt, zersägt, zerf
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(out of 47 reviews)
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September 7th, 2010 at 8:16 am
Review by das mau for Der verbotene Ort: Kriminalroman
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den üblichen rezensionen zufolge, scheint fred vargas nicht jedermanns fall zu sein. wie könnte man also im vorhinein feststellen ob man wahrscheinlich ein fred-vargas-liebhaber werden könnte?
wenn
1. man eine vorliebe für bücher mit gut gezeichneten hauptpersonen mit individuellem charakter hat (hier beispielsweise kommissar adamsberg – eher ein träumer, der kaum in der lage ist, einen gedanken festzuhalten und ihm zu folgen, der oft aus intuition handelt und es trotzdem schafft, spektakuläre fälle zu lösen; sein stellvertreter danglard – rationalist und wandelndes lexikon, der allerdings des öfteren ausgiebig dem alkohol zuspricht; sowie jedes einzelne mitglied von adamsbergs brigade, noel – der brutale, voisenet – der zoologe, mercadet – das stets schläfrige zahlengenie etc.)
2. man sich eventuell mit der hauptperson adamsberg (wie oben beschrieben) identifizieren kann
3. man auch krimis mag, die mehrere handlungsstränge aufweisen (es werden mehrere probleme behandelt, teils persönliche, teils “berufliche”)
4. man es eventuell auch mal akzeptieren kann, dass eine handlung nicht 100prozentig aus dem wahren leben gegriffen ist (siehe “die dritte jungfrau”)
5. einem ein bisschen mystik nichts ausmacht
6. man wert auf schöne sprache und elegante spannungsbögen legt
7. man bereit ist, das buch nicht ständig rational zu hinterfragen, sondern einfach in die welt dieses buches einzutauchen und sich mitunter auch von adamsbergs verwirrender gedankenwelt tragen zu lassen (also eher nichts für diejenigen, die immer sofort logische erklärungen und ein ständiges vorantreiben der handlung (sprich ermittlungen im mordfall) haben wollen), denn für diese art von krimi muss man sich treiben lassen
ich sollte hinzufügen: “der verbotene ort” war mein erster fred-vargas-roman. ich bin ständig auf der suche nach guter literatur und dieses buch war eine art lichtblick am horizont. mittlerweile habe ich auch “die dritte jungfrau” gelesen und mit “es geht noch ein zug vom gare-du-nord” angefangen. ein nachteil bis jetzt war leider, dass ich in “die dritte jungfrau” bereits 300 seiten vor schluss erahnt habe, wer der mörder sein könnte und letztendlich recht hatte (zu einem kleinen teil auch, weil ich den nachfolgeband bereits gelesen hatte). also: die bücher eher in chronologischer reihenfolge lesen…
September 7th, 2010 at 8:25 am
Review by Christian Bleis for Der verbotene Ort: Kriminalroman
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Fred Vargas hat mit Kommissar Adamsberg eine einmalige Person in der Krimilandschaft geschaffen. Seine Herangehensweise basiert sehr stark auf Intuition und dem Beachten kleiner Zeichen und Veränderungen. Er ist häufig nicht wirklich von und auf dieser Welt, sondern “schaufelt Wolken” aber gerade das ist so wunderbar. Zusammen mit seiner rechten Hand Commandante Danglard ergibt sich ein congeniales Paar. (Quasi die rechte und die linke Gerhirnhälfte)
Wer noch kein Buch von Vargas gelesen hat, dem empfehle ich dieses Buch nicht, denn man sollte die Entwicklungsgeschichten der Haupt- und Nebenpersonen schon kennen, sonst erscheint einem die Geschichte doch zu skurril. Für Vargas’sche Einsteiger empfehle ich die ersten Bücher “Die schöne Diva von Saint-Jacques”, “Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord” oder “Im Schatten des Palazzo Farnese”.
Für alle, die sich schon in der wunderbaren Welt von Fred Vargas auskennen, bietet dieses intelligente, mit hintergründigem Humor geschriebene Buch erneut alles, was das Herz begehrt. Wunderbar witzige Dialoge, skurrile Charaktere, viel Wärme (und Kälte) und diesmal ein Eintauchen in die Geschichte der Vampire. Spannung und wieder einmal eine doch recht überraschende Lösung runden diesen sehr gelungenen Roman ab. Die Reise geht dabei über London, Paris bis hin ins tiefe Serbien.
Besonderes Leckerle am Rande ist die aufkeimende Beziehung zwischen dem diesbezüglich doch bisher arg vernachlässigten Danglard und einer Engländerin namens “Abstract”. Einfach wunderbar!
September 7th, 2010 at 8:32 am
Review by Apefred for Der verbotene Ort: Kriminalroman
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Die zweite Fred Vargas Enttäuschung innerhalb von zwei Monaten. Verziehen habe ich ihr den Ausflug in den Comicstrip (Das Zeichen des Widders) bei dem sie wohl einen ihr bekannten Zeichner, eine Art Kultursponsoring lieferte. Die Geschichte war knapp und unspektakulär. Sei` s drum. Hier geht es um den verbotenen Ort. Wie damals in Quebec (siehe “Der vierzehnte Stein”) ist Kommissar Adamsberg mit seinem Commandanten Danglard auf einer Art Weiterbildung in London. Bei einem Ausflug stoßen sie vor dem berühmt – berüchtigten Friedhof Highgate auf siebzehn herrenlose Schuhe – allerdings mit abgeschnittenen Füßen drin. Eine gute Vargas Eröffnung. Was dann kommt, ist nicht die Fred Vargas meiner letzten Jahre. Es gibt zwar noch unglaubliche Verbrechen, Zerhackungen und Zerstückelungen, aber die Geschichte ist nicht rund. Wenn es dann im tiefen Serbien um Vampire geht, um Jahrhunderte alte Familienfehden, dann plötzlich aus dem nichts, noch ein naher Verwandter Adamsbergs auftaucht, der in Zukunft wohl noch eine wichtige Rolle in seinem Lebens spielt, so bleiben zwar die Dialoge gewohnt skurril, aber sie helfen dieser (fast bin ich geneigt zu sagen- hanebüchenen- Story) diesmal nicht weiter. Nein, das Buch strengt sogar an. Es fehlt mir die Leichtigkeit der frühen Jahre. Und im Willen, etwas noch Verrückteres zu schaffen, neue und seltsame Fäden in die Biographie von Adamsberg einzubauen, hat sie diesmal überzogen. Bloß nicht als Einstiegskrimi für kommende Vargas Freunde empfehlen. Am besten anfangen mit “Das Orakel von Port Nicolas”. Und den verbotenen Ort vielleicht umfahren.
September 7th, 2010 at 9:15 am
Review by Eskalina for Der verbotene Ort: Kriminalroman
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Kommissar Adamsberg und sein Kollege Danglard sind auf einem Polizeikongress in London, als ausgerechnet sie zu einem merkwürdigen Tatort geführt werden: Vor dem Friedhof Highgate stehen siebzehn herrenlose Schuhe. In ihnen stecken noch die Füße der einstigen Träger. Zurück in Paris werden die Kollegen gleich mit einem weiteren ungewöhnlichen Verbrechen konfrontiert; Pierre Vaudel, ein pensionierter Journalist wurde in seiner Villa Opfer eines grausamen Verbrechens. Ein verschlüsselter Brief mit dem Hinweis auf ein serbisches Dorf wirft die Vermutung auf, dass beide Fälle etwas miteinander zu tun haben.
Was wie der ungewöhnliche Beginn eines typischen “Who-done-it” -Krimis anmutet, entwickelt sich in kurzer Zeit zu einem sehr außergewöhnlichen Plot. Es geht um mehr als die Suche nach einem Mörder – Adamsberg muss sich mit uralten Legenden um Vampire auseinandersetzen und feststellen, dass von ihnen auch heute noch Gefahr ausgehen kann. Doch auch von ganz anderer Seite droht Gefahr, denn jemand versucht bewusst ihn in die Reihe der Verdächtigen in diesem Fall zu stellen und ihn damit mundtot zu machen. Dieser Jemand schreckt ebenfalls nicht vor Mord zurück. Voller Spannung fragt man sich, wer hinter all dem steckt und ist am Ende von der Lösung völlig überrascht…
Es ist der zweite Versuch von mir gewesen, mich an den Schreibstil der Vargas anzunähern und dieses Mal habe ich nicht schon nach den ersten Seiten aufgegeben, sondern mich immer mehr für ihre Art zu schreiben erwärmt und am Ende war ich begeistert. Man muss sich erst ein wenig an die ungewöhnlichen Dialoge gewöhnen, die eher kunstvoll erdacht wirken, als realitätsnah und glaubwürdig. Auch auf die skurrilen Charaktere, die sich bei Vargas tummeln, muss man sich einlassen – ist man dazu aber in der Lage, so kann man Spannung per excellence genießen. Das Buch ist eher eine Kunstform – denn ein klassischer Kriminalroman, keinem Genre so recht zuzuordnen – zu kurios sind Protagonisten, Sprache und Handlung , zu abstrakt die Welt der Autorin und das macht es zu etwas ganz Besonderem. Ich bin begeistert und heute mit zwei weiteren Bücher von Fred Vargas nach Hause gekommen. 5 Punkte dafür.
September 7th, 2010 at 9:51 am
Review by Silke Schröder, hallo-buch.de for Der verbotene Ort: Kriminalroman
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“Der verbotene Ort” ist ein weiterer kriminalistischer Hochgenuss aus der unvergleichlichen Feder Fred Vargas.
Der etwas eigenwillige Pariser Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg fährt mit seinem Kollegen Adlatus Danglard zu einem europäischen Polizeikongress nach London. Bei einem frühabendlichen Spaziergang über den malerischen Friedhof Highgate, auf dem Berühmtheiten wie Charles Dickens und Karl Marx liegen und über den Bram Stoker in “Dracula” seine Lucy wandeln ließ, machen die Polizisten aus Paris einen schrecklichen Fund. Genau siebzehn Schuhe stehen aufgereiht am Wegesrand – und in jedem steckt ein Fuß.
Doch auch zu Haus sieht es nicht besser aus: Zurück in Paris werden Adamsberg und sein Team zu einem besonders grausigen Tatort gerufen, an dem ein renommierter Journalist schreckliche Weise hingerichtet wurde. Bei ihm finden sie einen Zettel, der auf ein kleines Örtchen auf dem Balkan hinweist – Haben die gruseligen Tatorte etwas mit einander zu tun? Und welche Rolle spielt der Ort in Serbien? Der Zufall hilft und bald gerät Adamsberg in einen Strudel aus Aberglauben und alten Mythen.
Vampire sind in. Aber im Gegensatz zu Autorinnen wie Stephanie Meyer und Charlaine Harris inszeniert Fred Vargas in “Der verbotene Ort” eine völlig andere Geschichte. Mit ihrem unübertroffen hintergründig-ironischen Humor lässt sie den skurrilen und verlangsamten Kommissar Adamsberg Bekanntschaft mit einem der meist verbreiteten Mythen der europäischen Geschichte machen.
Von dem kleinen verschlafenen Ort in Serbien über die Österreichische Kulturmetropole Wien bis in die hohe Politik Frankreichs verläuft Adamsbergs Reise und führt ihn auch diesmal wieder an seine physischen und psychischen Grenzen – was ihn natürlich nicht davon abhält, auf seine ganz eigene Art einen besonders perfiden und skurrilen Fall zu lösen.
Nebenbei labt sich die Französin Vargas an den Sprachverwirrungen zwischen Englisch, Deutsch und Serbisch, ohne dabei einen Seitenhieb auf die schwache Fremdsprachenaffinität ihrer eigenen Landsleute zu vergessen: Der Kommissar spricht außer Französisch keine weitere Sprache und braucht daher in allen möglichen und unmöglichen Situationen einen Dolmetscher…
Ein weiterer kriminalistischer Hochgenuss aus der unvergleichlichen Feder Fred Vargas.